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Stimmen Zertifikate zum Produkt?

Zertifikate sehen oft offiziell aus — sind aber für andere Produkte oder gefälscht. Wie verifiziert man, dass ein Zertifikat tatsächlich zum bestellten Produkt passt?

📖 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert: Mai 2026
Stimmen Zertifikate zum Produkt?

Das Risiko: Zertifikate für andere Produkte oder gefälscht

Ein häufiger Trick: Der Lieferant zeigt ein CE-Zertifikat, ein ISO-9001-Zertifikat oder ein TÜV-Prüfbericht — aber dieses Zertifikat wurde für ein anderes Produkt, ein anderes Modell oder eine andere Fertigungsstätte ausgestellt. Auf den ersten Blick wirkt alles korrekt. Bei genauerer Prüfung passen Produkt-Bezeichnung, Modellnummer, Hersteller-Adresse oder Gültigkeitszeitraum nicht zu deiner Bestellung.

Das EU-Frühwarnsystem Safety Gate meldet jährlich Hunderte solcher Fälle, in denen Importeure auf gefälschte oder zweckentfremdete Zertifikate hereinfielen — und dann von Marktüberwachungsbehörden gestoppt wurden.

Wie wir die Zertifikats-Passung prüfen

1. Akkreditierungs-Verifikation

Jedes echte Zertifikat trägt eine Akkreditierungsnummer der ausstellenden Stelle. Diese kann gegen die European Accreditation (EA) Database oder die ILAC Signatory Database geprüft werden. Chinesische Akkreditierungen findest du bei CNAS (China National Accreditation Service).

2. Direkt-Anfrage bei der Prüfstelle

Wir kontaktieren die ausstellende Stelle (TÜV, DEKRA, SGS, Intertek) direkt und lassen Zertifikat-Nummer + Empfänger-Firmenname verifizieren. Echte Stellen antworten innerhalb von 24–48h. Bei gefälschten Zertifikaten gibt es entweder keine Antwort oder die Stelle bestätigt: "Diese Nummer existiert nicht."

3. Produkt-zu-Zertifikat-Abgleich

Wir prüfen: Stimmt die Produktbezeichnung im Zertifikat zur Bestellung? Modellnummer? Seriennummer-Bereich? Hersteller-Adresse? Fertigungsstätte? Gültigkeitsdatum? Anwendbare Normen (z.B. EN 60335 für Elektrogeräte, EN 71 für Spielzeug)?

4. Audit-Trail bei OEM-Produkten

Wenn der Lieferant ein OEM/ODM-Modell anbietet (er fertigt für andere Marken), prüfen wir, ob die Zertifizierung übertragbar ist. Manche Zertifikate gelten nur für den Marken-Inhaber. Du brauchst dann eine eigene Konformitätsbewertung.

5. CE-Marke vs. China-Compulsory-Certificate (CCC)

Achtung: CCC (China Compulsory Certificate) ist nicht CE. CCC ist die chinesische Inlandszertifizierung. Viele Lieferanten zeigen CCC-Zertifikate und vermitteln den Eindruck, dass diese für EU gelten — was sie nicht tun. Mehr dazu bei DEKRA CCC-Erläuterung.

Konsequenzen wenn ignoriert

  • Zollstopp — die EU-Zollbehörden gleichen Zertifikate gegen TARIC-Datenbank ab. Bei Inkonsistenz wird die Sendung gestoppt (siehe EU TARIC).
  • Bußgelder — falsche CE-Kennzeichnung gilt als Marktbetrug. Bußgelder bis zu 6-stelligen Beträgen sind in DACH-Staaten üblich.
  • Rückrufpflicht — wenn die Ware bereits im Markt ist, musst du sie auf eigene Kosten zurückrufen.
  • Strafrechtliche Relevanz — bewusste Inverkehrbringen ohne gültige Zertifizierung ist in Österreich gemäß PMG (Produktsicherheitsgesetz) strafbar.
  • Versicherungs-Ausschluss — Produkthaftpflicht greift nicht bei wissentlich falscher Zertifizierung.

Quellen & weiterführende Informationen

Bereit, dieses Risiko zu prüfen?

Wir machen vor Ort in China, was Remote-Audits nicht können: physische Verifikation, Originaldokumente, gerichtsfeste Foto-Reports.

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